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Babys und ihre "Tiergeschwister" - wieviel Tierliebe ist erlaubt?

Im Endeffekt ist bei der Geburt meiner Tochter alles anders gelaufen, als wir es geplant hatten. Ich wollte aus mehreren Gründen eine Hausgeburt. Unter anderem - und damit eröffne ich auch das heutige Blogthema - weil ich wollte, dass unsere Ridgeback Hündin Riva, die Geburt live miterlebt. Zum Zeitpunkt der Geburt von unserer Tochter war Riva 9 Jahre alt. Ich hatte in diesen 9 Jahren, in denen Riva mein absolut treuer und verlässlicher Begleiter war, so viel Vertrauen in diesen Hund aufgebaut, dass ich nicht eine Sekunde gezögert habe, sie bei der Geburt mit im Raum zu haben. Außerdem glaube ich an den Urinstinkt unserer Tiere und ich wusste tief in meinem Innern, dass Riva verstehen würde, was da passiert.

Die Hebamme, die die Hausgeburt mit uns durchführen wollte, hat sich Riva in ihren Vorbesuchen angeschaut, um die Lage einzuschätzen. Und es war daher nicht überraschend, dass auch sie keinen Einwand hatte, dass Riva bei der Geburt mit im Raum ist. Sie hat bereits eine Menge Erfahrungen in ihren 22 Jahren als Hebamme mit Schwerpunkt Hausgeburten gemacht, so dass sie auch die Tiere und ihr Verhalten gut einschätzen kann. Und auch Marie hat mir bestätigt, dass Linus - Marie & Mounir's Hund - sich schon während der Schwangerschaften anders verhalten hat. Er war wachsamer, beschützender und anhänglicher. Dies bestätigten mir auch andere Tierbesitzer, mit denen ich mich über dieses Thema unterhalten habe. Letztendlich kam bei mir dann doch alles anders, als geplant. Mein Traum einer Hausgeburt konnte leider nicht erfüllt werden, da meine Kleine sich entschieden hat, mit den Füssen zuerst das Licht der Welt zu erblicken :).


Wie viele Familien betrifft dieses Thema eigentlich?

Beruhen wir uns doch mal auf die Fakten der Tierhaltung in Deutschland. Liebe Statistik: Wie sieht es denn da aus? Ich beziehe mich bei folgender Zusammenfassung auf den Jahresbericht 2019 der ZZF. Dieser besagt, dass 34% aller Haustierhalter in einem Dreipersonenhaushalt oder größer leben. Unser beliebtestes Haustier ist die Katze, dicht gefolgt vom Hund. Man kann also mal davon ausgehen, dass in mindestens jeder 4. Familie in Deutschland ein Haustier lebt. Wir beschränken uns jetzt mal auf die zwei Tierarten. Nicht, weil Hamster, Meerschweinchen und Fische weniger Aufmerksamkeit bedürfen - im Gegenteil. Aber in der Regel haben die Tiergruppen, die als Kleintiere zählen, nicht so einen Einfluss oder nehmen nicht so intensiv und nah an unserem Alltag teil, wie Katzen und Hunde.

Es sollte also definitiv ein Thema sein, über das sich viele Familien oder Eltern oder zukünftige Eltern Gedanken gemacht haben oder sich gerade Gedanken zu machen. Dann kommt mein Blogbeitrag ja gerade recht ;). Aber weg von den trockenen Zahlen und Fakten, kommen wir wieder zu der emotionalen Seite dieses Blogbeitrags. Du wirst zu diesem Thema bestimmt eine Menge unterschiedlicher Meinungen hören oder lesen. Und jeder hat bestimmt auch seine guten Gründe "Für und Wider" zu diskutieren. Ich finde es gut, wenn man sich ein möglichst breites Bild dazu macht und vielleicht auch Experten wie Tierärzte zu Rate zieht, wenn man verunsichert ist. Das habe ich auch getan. Zusammenfassend kann ich dir aber folgendes mit auf den Weg geben:

Die Sache mit den vollgemachten Windeln aus dem Krankenhaus

Ich habe Tipps gehört (und auch befolgt), dass man z. B. die vollgemachten Windeln aus dem Krankenhaus mitnehmen soll (in dem Fall müsste der Papa oder ein anderer Verwandter/Freund das tun) und dem Hund oder der Katze zum Beschnuppern unter die Nase halten soll. Damit sie den Geruch des neuen Familienmitglieds schonmal kennen und nicht als "fremd" empfinde, wenn das Baby dann Einzug erhält. Soll ich dir verraten, was Riva getan hat, als ich das gemacht habe? Ich erinnere mich noch sehr gut an diesen Moment, weil ich gespannt war, wie sie reagieren würde. Ich bin selbst aus dem Krankenhaus zum Parkplatz gelaufen, wo Riva im Auto gelegen hat. Ich habe ihr die vollgekackte (Entschuldigung, haha) Windel unserer Tochter unter die Nase gehalten und

Riva hat nach einem kurzen Schnuppern angewidert und protestartig aus dem Fenster geschaut. Vorher hat sie mir noch einen Blick zugeworfen, frei nach dem Motto: "Ist das etwa dein Ernst?". Ja, glaubt mir, Riva kann so gucken :).

Wenn ihr mich fragt, hätte ich mir die Aktion auch sparen können, da Riva "den Braten schon längst" gerochen hat. Interessant war ihr Verhalten, nachdem wir aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen sind. Entgegen aller Ratschläge, die ich im Netz gefunden habe, habe ich mich aufmeinen Instinkt und mein Vertrauen in meinen Hund verlassen und unsere Tochter in der Babyschale auf die Wiese unseres Gartens gestellt und mich daneben gesetzt. Für den Fall, es wäre irgendetwas anderes passiert, hätte ich sofort eingreifen können. Aber das war nicht nötig. Riva kam und interessanterweise hat sie die Kleine im wahrsten Sinne des Wortes von oben - von den Haaren an - bis runter zu den Füssen intensiv beschnuppert. Danach hat sich mich angeschaut. So nach dem Motto: "Alles klar, gehört dann wohl ab jetzt dazu." und seitdem war unsere Tochter im Rudel akzeptiert und integriert. Riva hat nie versucht, ihr gegenüber "die Stellung klar zu machen" oder sie sie über die Maßen beschützt. Bei uns gelten klare Regeln und Hierarchien im Umgang mit Riva. Sie hat gelernt, dass ich als "Chef" des Rudels sage, wo es langgeht. Und sie nicht eingreifen muss, solange ich in der Nähe bin.

Interessant wurde es nur, wenn ich den Kinderwagen mal ein bisschen abseits stehen hatte und sich jemand dem Kinderwagen genähert hat. Wenn Riva gemerkt hat, dass ich mich nicht in Richtung Kinderwagen bewege, hat sie sich erhoben und hat sich einfach still und leise, aber wirksam, zwischen den "Fremden" und den Kinderwagen gestellt.

Wie sollte man sich also am besten Verhalten, wenn man Haustiere hat und ein kleines Baby nach Hause kommt?

Am besten befolgst du den Rat, den ich dir auch oft zu anderen Themen gebe, weil es einfach das Individuellste und Passendste ist, was ich dir raten kann: Höre auf dich und deinen Instinkt. Und vor allem: Sei ehrlich zu dir, was dein Vertrauen in dein Haustier angeht. Hast du einen 2-jährigen Rüden, dessen Erziehung ehrlichweise noch zu wünschen übrig lässt? Der über Tische rennt und dir regelmäßig deine Zimmerpflanzen entwurzelt? Bist du stolzer Besitzer einer Katze, die du vielleicht tollerweise aus dem Tierschutz gerettet hast, die aber auffälliges Verhalten zeigt, wenn es um fremde Besucher geht? Oder die schnell die Krallen ausfährt, wenn ihr was nicht passt? Dann solltest du natürlich zum Schutz deines Babys gewisse Vorkehrungen treffen, dass der Einzug eures Kindes für alle Beteiligten stressfrei ist.

Leider kommt es immer wieder vor, dass ich von Tierschicksalen höre, die mir das Herz brechen. Haustiere werden aus reiner PPRÄVENTIVMASSNAHME noch während der Schwangerschaft in ein Tierheim gegeben oder anderweitig abgegeben. Ohne zu wissen, ob das Zusammenleben mit Tier und Baby funktioniert oder nicht. Aus Angst oder aus Unwissenheit heraus. Bitte, liebe werdende Eltern: Ihr habt ebenso Verantwortung für das lebende Wesen namens Hund oder Katze übernommen, wie für das Leben, dass jetzt in dir wächst. Es wäre nur fair und richtig, sich ausgiebig und ehrlich über dieses Thema zu informieren. Ihr seht an dem Beispiel von Riva und meiner Tochter, dass es in den meisten Fällen glatt läuft, ja sogar bilderbuchmäßig. Die anderen Fälle liegen - so wie auch bei allen anderen Vorfällen dieser Art - leider daran, dass das andere Ende der Leine - der Mensch - Fehler gemacht hat. In den seltensten Fällen trifft das Tier die "Schuld". Ihr könnt aus diesen Fehlern lernen und im besten Fall passiert euch das, was mir und Millionen anderen Familien wiederfährt:

Ihr profitiert von einem gemeinsamen und schönen Miteinander, in dem eure Kinder damit aufwachsen, anderes, vierpfotiges Leben zu respektieren, zu schützen und nicht selten einen Freund fürs Leben finden, der sie tröstet, wenn Mama und Papa mal "richtig doof" waren :). Ich möchte meinen Hund als Balsam für meine Seele nicht missen. Und nicht als treuer und großer Freund für meine Tochter. Der ihr beigebracht hat, dass im Regen laufen "gar nicht schlimm ist, Mama. Riva macht das doch auch." Genau so ist. Denn der Regen hat auch seine schönen Seiten. Er sorgt dafür, alles wächst.

Mit diesem Schlusswort und hoffentlich auch schönen Bild in deinem Kopf verabschiede ich mich für heute.

Eure Virginia vom Team Lalizou

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